Die "Still"-Horizontalkammer Ofenanlage

Die Bezeichnung des Ofens kommt nicht etwa daher, weil dieser, wie man vielleicht meinen konnte, besonders leise war, sondern von der Herstellerfirma "Still"

 

Horizontalkammer-Ofenanlage

Kammerhöhe: 4000 mm

Mittlere Kammerweite: 380 mm

Kammerlänge zwischen den Türen: 10.000 mm


Für die Anlage erforderliche Bauten:
Mahl- und Mischanlage für die Kohle, Kohlenturm (1000t Fassungsvermögen) und der Kokslöschturm und Kühlturm.

Schema der Gaserzeugung

Schema Gaserzeugung Gaswerk Augsburg

Oben sieht man, wie der Kohle das Gas entzogen wird
Unten sieht man, wie das Gas dann bearbeitet wird.
© und Bildquelle: privat

STILL Horizontalkammeröfen Gaswerk Augsburg

Mittig sieht man den Kohlenzwischenspeicher mit dem Förderband vom Mahlturm (nicht im Bild) links und rechts davon die Ofenbatterien davor die Kokslok, links davon das Förderband zur Koksseperation, hinten die Kamine (irgendwann zwischen 1957 und 1970)
Ansicht von Nordosten
© und Bildquelle: privat

Luftbild Gaswerk Augsburg 

Das Gaswerk in den 60iger Jahren.
Neben den zwei Schornsteinen sieht man den Still-Ofen, davor die Koksseparation, rechts davor den Kokslagerplatz und dovor das Kohlensilo, sowei den noch bestehenden Behälterturm mit Elektrozentrale und Saugerhaus.
Ansicht von Osten
© und Bildquelle: Johann Rott
Digitalisiert von: Otto Prem

STILL Horizontalkammeröfen Gaswerk Augsburg 

Der Still-Ofen mit den 40 Kammern
Etwa mittig sieht man den Kohlenzwischenspeicher mit dem Förderband vom Mahlturm (nicht im Bild) links und rechts die Ofenbatterien, links unten das Förderband zur Koksseperation, dahinter den Löschturm und den Kühlturm.
Ansicht von Nordosten
© und Bildquelle: Johann Rott
Digitalisiert von: Otto Prem

Koksplatz Gaswerk Augsburg 

Der Kokslagerplatz, die Gartenanlage "Am Rosenhang" und dahinter Bärenkeller
Ansicht von Südosten
© und Bildquelle: Johann Rott
Digitalisiert von: Otto Prem

Füllwagen Gaswerk Augsburg 

Der Füllwagen auf der Oberseite (Dach) der Kammern, der die Kohle in die Kammern füllte.
Ansicht von Nordosten
© und Bildquelle: Johann Rott
Digitalisiert von: Otto Prem

Füllwagen Gaswerk Augsburg 

Der Füllwagen auf der Oberseite (Dach) der Kammern, der die Kohle in die Kammern füllte.
Die daneben gefallene Kohle wurde dann per Hand eingefüllt.
Links hinten ist der große Scheibengasbehälter zu sehen.
Ansicht von Westen
© und Bildquelle: Johann Rott
Digitalisiert von: Otto Prem


Löschturm Gaswerk Augsburg 

Die Elektrolok fährt gerade einen Anhänger voll Koks zum Abkühlen in den "Löschturm".
Dabei entstanden die "Rauchwolken", die mehrmals am Tag weit zu sehen waren.
Ansicht von Osten
© und Bildquelle: Johann Rott
Digitalisiert von: Otto Prem

Gaswerk Augsburg 

Nochmals das Dach der Ofenkammern (mit Füllwagen).
Ansicht von Osten
© und Bildquelle: Johann Rott
Digitalisiert von: Otto Prem

Koksdrücken Gaswerk Augsburg 

Der Koks wird von der Ofenkammer herausgedrückt.
Ansicht von Nordosten
© und Bildquelle: Johann Rott
Digitalisiert von: Otto Prem

Koks Gaswerk Augsburg 

Hier sieht man, wie der glühende Koks in den Eisenbahnwagen gedrückt wurde.
Dann wurde der Koks gelöscht, und danach in die Rampe rechts geschüttet, wo er noch nachkühlte, bevor er über (Gummi) Förderbänder in die Koksseparation kam.
Man kann sich sicher vorstellen, was mit den Gummiförderbändern passiert, wenn der Koks noch nicht kalt genug war. Man musste dann die Löcher im Förderband wieder einmal "flicken".
Ansicht von Osten
© und Bildquelle: Johann Rott
Digitalisiert von: Otto Prem

leere Kammer Gaswerk Augsburg 

Nach dem Ausdrücken des Kokses mußte man den Rest in den Kammern per Hand herausholen und die Dichtflächen der "Kammertür" säubern, bevor wieder gefüllt werden konnte.
Das dies bei der Hitze im Ofen (bis etwa 1300 Grad) sehr anstrengend war, kann man sich vorstellen.
Ansicht von Osten
© und Bildquelle: Johann Rott
Digitalisiert von: Otto Prem

 

Abbruch Gaswerk Augsburg Kamin Stillofen

Sprengung einer der beiden Kamine vom Stillofen, der Stillofen selbst ist schon teilweise zurückgebaut, ebenso fehlt schon das Kohlensilo und der Löschturm, links ist aber noch das Fußballtor des Gaswerk Fußballplatzes zu sehen.

© und Bildquelle: Bernd Hillemeyr

Aufnahmedatum April 1969

 

Eine genaue Beschreibung, wie aus der Kohlen in den Öfen das Gas erzeugt wurde findet man unter http://de.wikipedia.org/wiki/Kokerei

oder z.B. www.kokerei-august-thyssen.de/verfahren/verfahren_dateien/detail.html

 

http://www.filmarkivet.se/movies/en-gasfilm/ Ein toller Film vom aktiven Gaswerk Stockholm von 1971

 

Durch den ständigen Anstieg des Gasverbrauches in Augsburg reichten so die alten, inzwischen auch durch den Krieg stark in Mitleidenschaft gezogenen Öfen im Ofenhaus (wegen der teils sehr schlechten Kohle - man war im Krieg froh- überhaupt etwas Brennbares zu bekommen) nicht mehr aus. Und da der Platz für eine neue Anlage im Ofenhaus nicht gereicht hätte, wurde der Still-Ofen im Freien aufgestellt.


Mit der eigenen Dampfspeicherlok wurden die Kohlenwaagons vom Oberhauser (Container-) Bahnhof abgeholt und ins Werk gefahren. Dort wurden sie abgeladen. Diese wurde im Kohlensilo gelagert (bis zu 9000 t), bzw. bei Bedarf auch im Freien. Von dort kam die Kohle in den Kohlenmahlturm, wo sie, wie der Name ja schon sagt, gemahlen wurde. Danach kam die gemahlenen Kohle in einen kleinen Zwischenspeicher am "Still" Ofen. Von dort wurde sie von oben in die "Batterien" (Kammern) eingefüllt. Es gab (zum Schluß) 40 "Batterien", die je nach Gasbedarf in Betrieb waren. Bei geringem Bedarf wurden also nur ein paar "Batterien" gefüllt. In den "Batterien" wurde die Kohle "vergast" und das entstandene Gas abgesaugt und weiterverarbeitet. Nach einigen Stunde wurde die "Füllung", der aus der verbrannten Kohle entstandene Koks, mit einem "Stempel" aus der Batterie gedrückt und in einen Waggon der Kokslok geladen. Dieser brachte den Koks zum "löschen" in den Löschturm. Dort wurde der Koks mit Wasser abgekühlt. Anschließend wurde der Koks in der Koksseparation sortiert und gelagert, bis er wieder verkauft wurde. Koks ist fast reiner Kohlenstoff, porös, mit höherem Heizwert je Masse als Kohle, der fast flammenlos, sauber, gut regelbar ab Grösse Mellerofen brennt. Sortiert je nach
Stückgröße für verschieden große Öfen geeignet.

Noch fehlende Ergänzungen folgen!