Die 6-Zylinder- "Ölmaschine"


MAN (Maschinenfabrik Augsburg Nürnberg) Ölmaschine! mit 6 Zylinder

4-Takt-Tauchkolbenmotor mit Kraftstoff-Lufteinblasung. "Kurzhuber"-Motor.

Der Motor wurde unter der Bestell-Nr. 67.720 von der Reichsmarine in Auftrag gegeben und war mit dem baugleichen Nr. 67.710 für U 158 für die Werft Danzig bestimmt.
Abgeliefert ab Werk Augsburg wurden die Motoren:
67.710 am 24. April. 1918
67.720 am 27. April 1918.
Der Motortyp S6V 45/42 war der technisch am weitesten entwickelte und meistgebaute U-Boot-Motor des 1. Weltkriegs. Er wurde bis 31.Oktober 1918 gefertigt, also bis kurz vor Kriegsende.
Eine Reihe U-Boote wurden nicht mehr in Dienst gestellt und mehrere der neuen Boote (neue Motoren !) mußten an England ausgeliefert werden.
Weit über 100 der bereits fertiggestellten Motoren der SV-Baureihe gingen nach dem Krieg in eine Treuhand - Gesellschaft über und wurden gemeinsam mit der MAN für weitere Verwendung in Handelsschiffen oder zur Stromerzeugung leistungsreduziert und umgerüstet, z. B. Umbau von Teerölbetrieb auf Dieselöl, Anbau eines Präzisionsreglers usw.

Unter Ihnen auch obiger Motor, der von der ursprünglichen Marine-Leistung
von 1.200 PSe bei 450 U/min
auf: 700 Pse bei 300 U/min zurückgenommen wurde.

In den letzten Betriebsmonaten traten bei Zyl. 3 zunehmend Knallgeräusche auf. Man vermutete, daß die Zylinderbüchse einen Riß bekam und Kühlwasser in den Brennraum einsickerte. Fachleute für diesen Motortyp gab es selbst bei MAN zu dieser Zeit nicht mehr.
Hermann Wien, einer der letzten U-Bootfahrer von MAN, der als Obermaschinist noch die abenteuerliche Fahrt von U 180 nach Japan mitgemacht hatte, wurde von seinen Kollegen um Unterstützung gebeten. Er hatte diesen Motor 1951 wieder in Betrieb genommen und 1977 grundüberholt. Er, damals 77- jährig, konnte noch seine Erfahrungen weitergeben.
Leider war der Motor nicht mehr zu retten.
Somit ging auch er als inzwischen 75-jähriger, auch in "in Rente", d.h. er wurde wegen des Schadens und seiner inzwischen Unwirtschaftlichkeit (gegenüber den modernen Motoren) ausser Betrieb genommen wurde.

Inzwischen ist das Umfeld (Luftflaschen, Abgasleitung, Schmierölsystem usw. ) demontiert.

Generator: Siemens Schuckertwerke

Als Ersatzteilspender wurde 1951 noch ein baugleicher zweiter Motor Baujahr 1918 mit der Fabrik-Nummer 171220

von der Elektrizitätsversorgung Schwaben aus Öhringen für 7.000 DM gekauft. Er war zerlegt bis etwa 2001 im Gaswerk eingelagert

und wurde dann leider verschrottet.

Vielen Dank an Herrn Bäumler für die erweiterten Daten des Motors.


Besonderheiten


Ich hatte noch mehrmals das "Glück" gehabt, diesen Motor selber laufen zu hören. Dabei empfand ich das tiefe "stampfen" als wesentlich angenehmer (wegen der 300 U/min) als bei den neuen Motoren das helle "Singen" (von der hohen Drehzahl).

Wartungsvorschriften des MAN 6 Zylinder Gaswerk Augsburg

Hier sieht man die Wartungsvorschriften für die MAN Viertakt Schiffsölmaschine mit den Original Fingerabdrücken der Monteure, die diese Maschine hier im Gaswerk repariert und gewartet haben.
© und Bildquelle: Oliver Frühschütz 2008

6 Zylinder MAN Ölmaschine Dieselmotor Baujahr 1922 Gaswerk Augsburg 

Hier sieht man die 6 Zylinder Ölmaschine Baujahr 1922
© und Bildquelle: privat

 6 Zylinder MAN Ölmaschine Dieselmotor Baujahr 1922 Gaswerk Augsburg

Hier sieht man die 6 Zylinder Ölmaschine Baujahr 1922
© und Bildquelle: Otto Prem

 6 Zylinder MAN Ölmaschine Dieselmotor Baujahr 1922 Gaswerk Augsburg

Hier sieht man die 6 Zylinder Ölmaschine Baujahr 1922
© und Bildquelle: Otto Prem

 6 Zylinder MAN Ölmaschine Dieselmotor Baujahr 1922 Gaswerk Augsburg

Hier sieht man die 6 Zylinder Ölmaschine Baujahr 1922
© und Bildquelle: Otto Prem

der beleuchtete 6 Zylinder MAN Ölmaschine Dieselmotor Baujahr 1922 Gaswerk Augsburg

Hier sieht man die 6 Zylinder Ölmaschine Baujahr 1922

zur Veranstaltung Pop City im Jahr 2006 schön farbig beleuchtet.

© und Bildquelle: Markus Arnold

 

Ein typgleicher 6 Zylinder Motor von MAN Baujahr 1917 jedoch mit 1200 PS und 26 Tonnen Gewicht steht im Technikmuseum in Sinsheim.