Der Behälterturm

 
Gebäudebezeichnung Stadtwerke Augsburg: Gebäude Nr. 5

Erbaut 1913 bis 1915 aus Backstein. Das Gebäude ist im Gegensatz zu den anderen Betriebsgebäuden nicht aus Stahlbeton.

Der Behälterturm ist der architektonische Mittelpunkt des Werkes. Er war bis zum Bau des großen Gasbehälters auch das höchste Gebäude der gesamten Anlage. In den oberen Geschoßen befinden sich insgesamt vier Wasserbehälter aus Stahlbeton mit einem Fassungsvermögen von insgesamt 540 000 Litern.

Dort wurde das Brauchwasser gespeichert, das aus den werkseigenen, sich auf dem Gelände befindenden Brunnen gefördert wurde. Die Behälter hoch über Grund waren wichtig, um immer den benötigten Wasserdruck halten zu können. Das Brauchwasser wurde für die Dampferzeugung, für Warmwasser, für die Heizung der Gebäude sowie für die Herstellung von Wassergas und Generatorengas benötigt. Es diente auch dazu, den heißen Koks zu löschen und das heiße Rohgas zu kühlen. Weiter unten im Behälterturm befindet sich ein aus Blech genieteter Behälter für die Speicherung von Teer. Darunter ist nochmals ein geschraubter Behälter für Ammoniakwasser platziert.

Im Übrigen: Die Architektur des Behälterturms hat große Ähnlichkeit mit dem des Glasplastes im Augsburger Textilviertel.

Man könnte auch Wasserturm dazu sagen, jedoch speicherte er nicht nur Wasser, sondern noch weitere Nebenprodukte (Teer und Ammoniak) der Gaserzeugung, daher der Name nicht Wasserturm, sondern Behälterturm.

Ein fast gleich aussehender Turm steht auch noch am Glaspalast in Augsburg.

Wenn man vom Werkstor aus in das Gelände kommt (oder schaut), steht genau vor einem der 35 m hohe Behälterturm mit seiner großen, weit sichtbaren Turmuhr, die auch nachts noch beleuchtet ist und auch heute noch funktioniert.

Die nördliche (zweite) Uhr wurde jedoch 1953 entfernt.

Der Turm ist nicht, wie alle anderen technischen Gebäude auf dem Gelände aus Stahlbeton, sondern aus Backstein gebaut worden.

Die Dächer des Hauptturmes (bis 1960) und der beiden Nebentürme (bis 1964) waren früher mit Ziegel gedeckt, wurden aber später mit Blechen "umgedeckt". Seit dem ist auch der Fahnenmast von der Dachspitze "verschwunden".

Bis zum Bau des Gasbehälters 3 war der Behälterturm das höchste Gebäude auf dem Gelände.

Baulich verbunden daran ist das Sozialgebäude (davor/südlich), die Elektro-Zentrale (dahinter/nördlich), sowie zwei Übergänge (Arkadenbrücken) links (westlich) zum Ofenhaus, rechts (östlich) zum Sauger- und Kühlerhaus.

Im Behälterturm befinden sich: (von oben nach unten)

Die zwei Uhrwerke, das neuere wurde 1955 in Betrieb genommen, das alte Uhrwerk ist seit dem außer Betrieb (steht aber immer noch oben)

Die Turmuhr von 1955 wurde von der Firma Philipp Hörz in Ulm a. D. gebaut (Typ E300a) und hat einen Durchmesser von 1,76m.

Vier Wasserbehälter (die oberen zwei Behälter fassen zusammen etwa 130 m³ Brauchwasser, die unteren zusammen etwa 140 m³), aus Eisenbeton,die bis 2001 stets mit selbst gefördertem Brunnenwasser aus 4 (ehemals 5) Brunnen gefüllt wurden (Brunnen "5" wurde schon 1970 zugefüllt) . Denn neben dem Stadtwasser wurde das Werk zusätzlich durch das Brauchwasser versorgt, mit dem hauptsächlich die Gas-Verdichter und der Notstromgenerator gekühlt wurde. Auch war somit für den "Notfall" stets genügend "Löschwasser" vorhanden.

Ein Teerbehälter, in dem das Nebenprodukt Teer zwischengespeichert wurde

Ein Ammoniakwasser- Behälter für die Zwischenspeicherung.

Die Teer- und Ammoniakwasserbehälter sind schon länger außer Betrieb.

Erbaut etwa 1915, steht heute noch!

Der Behälterturm mit Wohlfahrtsgebäude (vorne) und Ofenhaus (im Hintergrund)
© und Bildquelle: Schneyder (Schweiz)

Der Behälterturm mit Wohlfahrtsgebäude (vorne)
© und Bildquelle: Oliver Frühschütz

Der Behälterturm im Augsburger Gaswerk heute
© und Bildquelle: Oliver Frühschütz

Der Behälterturm im Augsburger Gaswerk heute
© und Bildquelle: Oliver Frühschütz

Turmuhr im Gaswerk Augsburg

Das Uhrwerk im Behälterturm
© und Bildquelle: Oliver Frühschütz

Turmuhr im Gaswerk Augsburg

Das Uhrwerk im Behälterturm Innenansicht
© und Bildquelle: Oliver Frühschütz